UmweltDialog                                                                               Greenpeace

25.11.2022 05:00
Mit einem zertifizierten Umweltmanagement nach ISO 14001 zeigen Unternehmen, dass sie umweltverträglich agieren und Gefahren für Gesundheit und Klima minimieren. Sie können glaubhaft versichern, dass sie gesetzeskonform handeln und sich kontinuierlich verbessern wollen. Welche weiteren Chancen und Herausforderungen mit einer Zertifizierung verbunden sind, hat DNV Business Assurance jetzt anhand von Auditdaten seiner Kunden untersucht. UmweltDialog stellt die zentralen Ergebnisse vor.
25.11.2022 02:00
Aufatmen für viele Unternehmen im nachhaltigen ökologischen Bereich: Der Fachkräftemangel kann im Rahmen der österreichweiten „Umweltstiftung“ gezielt behoben werden. Stiftungsteilnehmende werden im Unternehmen praktisch ausgebildet – kostengünstig und maßgeschneidert - und erhalten zusätzlich die theoretische Ausbildung gefördert.
25.11.2022 01:00
Die CWS Gruppe erreicht den EcoVadis Gold Status für 2022/2023 und gehört somit zu den besten fünf Prozent der Branche.
24.11.2022 08:04
Der Bau neuer LNG-Terminals verfolgt das Ziel, die Energieabhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Die damit einhergehende fossile Infrastruktur könnte allerdings den Übergang des Energiesystems zu erneuerbaren Energieträgern und damit die Energiewende behindern. Daher ist die Frage der Umrüstbarkeit dieser LNG-Terminals für eine spätere Nutzung mit erneuerbaren Energieträgern wie flüssigem Wasserstoff oder Ammoniak von besonderer Bedeutung.
24.11.2022 04:02
Ein großes Potenzial für Nachhaltigkeit bietet der Energiesektor, denn die meisten der 21 Millionen Gebäude sind nicht CO2-neutral. In Deutschland werden ein Drittel der Treibhausemissionen durch Gebäude verursacht. Rund zwei Drittel entfallen auf Wohnhäuser. Die Bundesregierung hat sich die Klimaneutralität bis 2045 auf die Fahnen geschrieben und dafür muss bei den Gebäuden angesetzt werden. Die Energiewende führt zu einem geringeren Energieverbrauch und einer größeren Unabhängigkeit vom Energiesektor sowie zu einem besseren Klima.
24.11.2022 04:02
Vor allem die Automobilindustrie entwickelt sich augenblicklich rasant weiter und durch den neuen Schwerpunkt auf den Bereich Elektromobilität verändern sich auch die Anforderungen an die Zulieferer. Gerade deutsche Mittelständler leisten hier einen wesentlichen Beitrag durch ihre hohe Innovationskraft.
17.11.2021 14:59
Rückblick und Ausblick admin Wed, 17.11.2021 - 14:59
Emily Macinnes / Greenpeace

Weltklimakonferenz in Glasgow

Die Klimakonferenz in Glasgow ist zu Ende. Ob sie eine neue Dynamik entwickelt, wird auch die kommende Bundesregierung zeigen.

Zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Glasgow fand António Guterres deutliche Worte: „Scheitern ist keine Option“, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, „Scheitern ist ein Todesurteil.“ Als die Konferenz zwei Wochen später mit einem vollen Tag Verspätung und nach einem dramatischen Finale endet, zeigt das Abschlussdokument der Greenpeace-Delegation bei der COP26: Die Gefahr eines Scheiterns ist nicht gebannt, aber in Glasgow wurden Voraussetzungen geschaffen, es zu verhindern. Und dabei spielt auch die kommende Bundesregierung eine wichtige Rolle. 

Worum es geht, drückte eine schlichte Zahl aus: 2,4 Grad heißer würde unsere Welt im Schnitt, wenn die Staaten ihre Klimapläne nicht schnell und deutlich nachbessern. Der Unterschied zum in Paris vereinbarten Ziel von 1,5 Grad mag gering klingen, doch für Millionen Menschen aus dem globalen Süden entscheidet dieser Unterschied tatsächlich über Leben und Tod. Auch deshalb hat Greenpeace beim Klimagipfel bewusst Stimmen unterstützt, die schon heute existenziell durch die Folgen der Klimakrise bedroht sind und die zurecht finanzielle Unterstützung fordern, falls die Folgen des Klimawandels wie Dürren die Ernte vernichten oder Starkregen Haus und Hof wegspülen. Letzteres hat uns in Deutschland zuletzt Menschenleben, viel Leid und 30 Milliarden Euro gekostet. 

Der sicherste Weg, solche Katastrophen künftig zu vermeiden, ist möglichst schnell weniger Kohle, Gas und Öl zu verbrennen. Deshalb hat Greenpeace in Glasgow auf einen globalen Kohleausstieg gedrängt und gefordert, klimaschädliche Subventionen für fossile Energien schnell zu streichen. Allein in Deutschland addieren sich umweltschädliche Subventionen aus Steuermitteln auf über 60 Milliarden Euro im Jahr. Als einen ersten Schritt der anstehenden Transformation sollte die nächste Bundesregierung diese falschen Anreize sozialverträglich streichen. 

Das Zeitalter der Kohle ist vorbei

Tatsächlich sind beide Punkte am Ende eines langen Finales im Plenarsaal in Glasgow beschlossen worden. Auch wenn die großen von der Kohle abhängigen Staaten Indien und China den Text auf den letzten Metern etwas abgeschwächt haben, ist die Richtung für Politiker:innen und Investor:innen klar: Das Zeitalter der Kohle ist vorbei. Obwohl dieser Beschluss nicht verbindlich ist, gibt er der Klimabewegung weltweit Rückenwind und wird Investitionsströmen eine neue Richtung geben.

Für Deutschland und die nächste Bundesregierung sind die Beschlüsse aus Glasgow ein Auftrag. Denn jedes Land verpflichtet sich darin zu mehr Anstrengungen und Sofortmaßnahmen, die bereits 2022 beschlossen werden sollen. Das macht ambitionierten Klimaschutz zur Aufgabe für die gesamte neue Koalition. Dazu gehört etwa, den Ausstieg aus der Kohle in Deutschland bis spätestens 2030 abzuschließen und der Automobilbranche einen klaren Rahmen vorzugeben, in dem die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen bis 2025 schrittweise auf 100 Prozent steigen. Denn ein Konzern wie VW, der allein 1 Prozent der globalen Emissionen verursacht, trägt eine riesige Verantwortung. Entweder sorgt die Politik dafür, dass solche Unternehmen ihrer Verantwortung endlich gerecht werden, oder Gerichte müssen es tun.

Die scheidende große Koalition musste erst vom Bundesverfassungsgericht zu besserem Klimaschutz gezwungen werden. Das höchste Gericht hatte festgestellt, dass die bisherigen Klimaziele nicht reichten, um die Freiheitsrechte junger Menschen zu schützen. Eine solche Ohrfeige darf sich die nächste Regierung nicht einfangen. Mit einem mutigen Sofortprogramm kann sie zeigen, dass sie den Beschluss von Glasgow und die Grundrechte kommender Generationen ernst nimmt. Mit einer klar auf 1,5 Grad ausgerichteten Politik kann sie der europäischen und internationalen Klimapolitik neue Kraft geben. Wenn all das gelingt, dann hat Glasgow einen wichtigen Beitrag geleistet, das Scheitern zu verhindern. 

16.11.2021 00:00
Der Wald in Deutschland auf dem Weg in die Heißzeit admin Tue, 16.11.2021 - 00:00
Studie: Der Wald in Deutschland auf dem Weg in die Heißzeit

Studie: Der Wald in Deutschland auf dem Weg in die Heißzeit

96

16.27 MB

Herunterladen

Die Hochschule Eberswalde hat für Greenpeace Satellitendaten aus den Jahren 2018 bis 2020 ausgewertet. Sie zeigen, dass intensiv bewirtschaftete Forste deutlich stärker unter den Auswirkungen der Klimakrise leiden als naturnahe Wälder. 

12.11.2021 16:09
Aufrüstung fördert Klimakrise admin Fri, 12.11.2021 - 16:09
Heavy Rain in North Rhine-Westphalia, Germany Heavy Rain in North Rhine-Westphalia, Germany
© David Young / Greenpeace

Aufrüstung fördert Klimakrise

Sicherheit und Frieden bedeuten schon längst nicht mehr nur die Abwesenheit von militärischen Konflikten. Die größte Bedrohung ist die Klimakrise.

 

Sicherheit kann in Zukunft nicht durch Aufrüstung, sondern nur durch echten Klimaschutz gewährleistet werden. Weltweit nehmen Wetterextreme durch die Klimakrise zu und bedrohen Menschenleben, Frieden und unsere Sicherheit. Expert:innen des Internationalen Weltklimarats (IPCC) warnen in ihrem aktuellen Bericht deutlich vor den dramatischen Folgen der menschengemachten Erderhitzung.

Der Anstieg der Durchschnittstemperatur hat jetzt schon immense Auswirkungen auf unser Klima und damit auch auf unseren Alltag. Waldbrände, Fluten, Dürren oder gewaltige Stürme und Regenfälle werden immer häufiger und sind keine „Jahrhundertereignisse” mehr. Davor bieten auch keine Panzer und Kampfflugzeuge Schutz. Auch hier in Deutschland  haben die zerstörerischen Überflutungen im Sommer viele Todesopfer gefordert und die Heimat vieler Menschen zerstört. Die Klimakrise ist und bleibt die größte Gefahr für unsere Sicherheit.

Interviewprojekt: Was bedeutet Sicherheit in der Klimakatastrophe?

Wir haben mit Menschen aus Deutschland und Südeuropa gesprochen, die der Klimakrise zum Opfer gefallen sind. Eine Familie aus Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen erzählt, wie sie durch die Klimaflut in diesem Sommer alles verloren hat. Ein Arzt aus Italien berichtet hautnah, wie die Pandemie in dem stark betroffenen Land gewütet und tausende Leben gekostet hat, denn auch dies ist eine Bedrohung, der wir uns nun öfter entgegensetzen müssen. Menschen in Spanien sprechen mit uns über die katastrophalen Waldbrände in ihrem Land. Das Video zeigt, dass die Klimakrise vielen Menschen schon Heimat, Gesundheit und Lebensgrundlage genommen hat. Das Gefühl von Sicherheit hat sich dadurch stark verändert. 

Noch immer sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union massiv vom Import fossiler Energieträger abhängig. Es fließen Milliarden in Militäreinsätze, die die Einfuhr von fossilen Öl- und Gasimporten bewachen und schützen, weil noch immer auf ein veraltetes Energie- und Wirtschaftssystem gebaut wird, das die Lebensgrundlage der Menschheit zerstört. Mit Aufrüstung in Milliardenhöhe und Militärmissionen zum Abbau fossiler Brennstoffe fördert Deutschland und Europa ein System, dass das Klima erhitzt und die Erde zerstört. Trotzdem sind in Deutschland die Militärausgaben auf fast 45 Milliarden Euro gestiegen, im Vergleich dazu wurden 2020 nur rund 15 Milliarden Euro für deutsche Umwelt- und Entwicklungspolitik ausgegeben. Damit muss Schluss sein! Aufrüstung blockiert den Systemwandel, den wir als Menschheit dringend brauchen, um zu verhindern, dass Teile der Erde unbewohnbar werden.

Es ist an der Zeit, dass die Politik nicht noch mehr Geld in Panzer, Kampfflugzeuge und Militärmissionen zum Schutz fossiler Energieträger steckt. Stattdessen muss in einen echten und nachhaltigen Wandel unseres Wirtschaftssystems investiert werden, der die Menschheit vor der Klimakrise schützt.

Mit “Climate for Peace” fordert Greenpeace Deutschland gemeinsam mit Greenpeace Spanien und Greenpeace Italien: “Klimaschutz statt Aufrüstung #DefendTheClimate!” Das aktuelle kapitalistische, ausbeutende System braucht dringend einen Wandel und die massive Aufrüstung blockiert den nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft. Um die Greenpeace-Forderung zu unterstützen, unterzeichnen Sie unser Friedensmanifest.

Redaktionell empfohlener externer Inhalt

11.11.2021 07:54
Nicht sauber, sondern Rhein admin Thu, 11.11.2021 - 07:54
Wissenschaftlerin untersucht Wasserprobe Wissenschaftlerin untersucht Wasserprobe
Oliver Tjaden / Greenpeace

Greenpeace-Report zu Mikroplastik im Rhein

Update vom 11.11.2021:

Erst vor einem halben Jahr hatte Greenpeace einen umfangreichen Report über die Belastung des Rheins mit Mikroplastik veröffentlicht. Neue Stichproben, die Greenpeace im August zwischen Köln und und Düsseldorf nahm, belegen: Der Fluss wird weiterhin mit Mikroplastik verschmutzt. In sieben Wasserproben  haben die Umweltschützer:innen durchschnittlich 0,63 fabrikneue Mikroplastikpartikel aus industriellen Produktionsabläufen pro Kubikmeter Wasser gefunden. 

Somit beträgt die tägliche Fracht Richtung Nordsee grob geschätzt 125 Millionen Partikel: Die Rechnung ergibt sich unter der Annahme, dass die Konzentrationen an Mikroplastikpartikeln über den Tagesverlauf und aufgrund der Durchmischung durch die starke Strömung des Rheins annähernd gleich bleibt. Rund um den Chempark-Dormagen stieg die Verschmutzung zudem deutlich an. “Dass sich seit Jahren nichts an der Mikroplastikverschmutzung im Rhein ändert, ist unverantwortlich”, sagt Daniela Herrmann, Umweltwissenschaftlerin von Greenpeace. “Das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen muss endlich feststellen, woher die Mikroplastikpartikel im Rhein stammen und die Verschmutzung beenden.”

Auch in zwölf Bodenproben aus dem Uferbereich und Flussbett des Rheins finden sich Mikroplastikpartikel in starker Konzentration. Bis zu 22.038 Partikel pro Kilogramm Trockengewicht lassen sich in einer der Proben aus dem Grundsediment beim Industriegebiet Chempark-Dormagen nachweisen. “Diese Plastikpartikel könnten aus industriellen Prozessen, Kläranlagen oder Verwehungen vom Ufer stammen. Im Sediment kann es Lebewesen wie Würmern oder Schnecken schaden und über die Nahrungskette das gesamte Ökosystem gefährden”, sagt Herrmann. Den aktuellen Report finden Sie hier, die vorausgegangene Untersuchung aus dem März 2021 lesen Sie hier.

______________________________________________________________________

Artikel vom 18.3.2021:

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in Köln am Rheinufer: Kommt Ihnen in den Sinn, dass der Fluss pro Tag etwa 190 Millionen Plastikkügelchen in Richtung Nordsee transportiert? Vielleicht ab jetzt: Eine aktuelle Greenpeace-Studie belegt nämlich die kontinuierliche Verschmutzung des Gewässers mit Kunststoff. 

Im September und Oktober des vergangenen Jahres waren Greenpeace-Mitarbeiter:innen mit dem Aktionsschiff Beluga II auf dem Rhein unterwegs, um Wasserproben zu nehmen. Ähnliche Untersuchungen von Greenpeace gab es bereits in den Jahren zuvor in deutschen Gewässern, darum war mit dem Ergebnis zu rechnen: Wer nach Mikroplastik sucht, findet welches – in wirklich jeder der 250 an Bord genommenen Wasserproben fanden sich winzige Plastikpartikel von wenigen Millimetern Durchmesser oder kleiner. Besonders hohe Konzentrationen ließen sich in der Umgebung von Industriegebieten nachweisen. 

Das Ganze ist außerordentlich schädlich für Mensch und Umwelt. Denn Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass das Plastik in unseren Flüssen auch in den Meeren landet. An der Oberfläche von Kunststoffen können sich Schadstoffe anlagern; wenn diese Teilchen von Tieren verschluckt werden, geraten Plastik und Umweltgifte in die Nahrungskette – und schlussendlich in unseren Lebensmitteln. In früheren Studien hat Greenpeace gezeigt, dass sich Plastikpartikel inzwischen in Austern und Miesmuscheln sowie im Verdauungstrakt von Heringen finden lassen. 

Ursachen der Verschmutzung

Für die Studie haben Greenpeace-Umweltschützer:innen im vergangenen Herbst zunächst vom Aktionsschiff Beluga II aus zwischen Duisburg und Koblenz 44 Wasserproben genommen. Anschließend wurden von Schlauchbooten weitere 206 Proben in der Nähe von Industriegebieten bei Krefeld und Dormagen gezogen. Erstmals fanden diese Probenahmen durchgängig über 24 Stunden statt. So ließen sich die möglichen Ursachen der Verschmutzung weiter eingrenzen. 

Diese Proben wurden in Greenpeace-Laboren, aber auch direkt an Bord der Beluga II, ausgewertet. In jeder Probe finden sich Plastikpartikel mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimetern. “Im Rhein wird offenbar Mikroplastik verklappt. Die Umweltbehörden in Nordrhein-Westfalen muss jetzt ermitteln, wer den Fluss verschmutzt”, fordert Daniela Herrmann, Umweltwissenschaftlerin von Greenpeace. 

Plastik aus Wasseraufbereitungsanlagen?

Beispielsweise wurde in der Umgebung des Industrieparks Dormagen eine fast dreimal so hohe Konzentration von primären Mikroplastikpartikeln gefunden als im Durchschnitt einige Kilometer stromaufwärts. Primäres Mikroplastik, das ist solches, das bewusst als Ausgangsmaterial für andere Plastikprodukte hergestellt wird: kleine Kügelchen oder Pellets, die zum Beispiel in Fabriken geschmolzen und zu Verpackungsfolien gezogen werden. Neben industriellen Produktionsprozessen könnten die Mikroplastikpartikel allerdings auch aus Ionenaustauschern in Filtersystemen von Wasseraufbereitungsanlagen stammen, so eine These der Greenpeace-Untersuchung. Sogenanntes sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn größere Plastikteile zerstört und zerrieben werden – das ist die mengenmäßig größere Belastung, die sich in unseren Meeren ansammelt. 

Die potenziellen Verursacher der Plastikverschmutzung im Rhein sehen die Verfasser:innen der Studie in der Verantwortung, den Fluss sauber zu halten. “Beim Einsatz von primären Mikroplastik muss sichergestellt sein, dass die Partikel während der Produktion, des Transports, der Verwendung und der Entsorgung zu keinem Zeitpunkt in die Umwelt gelangen”, sagt Daniela Herrmann. Das meiste, was die Untersuchenden an Plastik in ihren Netzen fanden, ist vermutlich aus reiner Fahrlässigkeit ins Wasser gelangt – und stellt dort über Jahrzehnte eine Bedrohung für die Umwelt dar.

>>> Werden Sie mit uns aktiv! Unterzeichnen Sie die Petition gegen die Verwendung von Mikroplastik in der Industrie und senden Sie eine klare Botschaft an Entscheidungsträger:innen in Wirtschaft und Politik!

  • Beluga II on Tour for Microplastic Research on the River Rhine Beluga II on Tour for Microplastic Research on the River Rhine

    Greenpeace with its ship Beluga II investigates microplastics pollution on the river Rhine in Germany, between Duisburg and Koblenz. Scientists take water and sediment samples, which are filtered and the microplastics elements found are analyzed for their chemical composition in the laboratory of the ship.

    Überspringe die Bildergalerie
  • Beluga II on Tour for Microplastic Research on the River Rhine Beluga II on Tour for Microplastic Research on the River Rhine

    Near Krefeld Greenpeace activists carry out a 24 hour measurement with special built equipment - the Manta trawler - on inflatables. Greenpeace with its ship Beluga II investigates microplastics pollution on the river Rhine in Germany, between Duisburg and Koblenz. Scientists take water and sediment samples, which are filtered and the microplastics elements found are analyzed for their chemical composition in the laboratory of the ship.

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Report: Nicht sauber, sondern Rhein

Report: Nicht sauber, sondern Rhein

Mikroplastik-Untersuchungen auf dem Rhein. Die Belastung von Flüssen mit Mikroplastik ist im Vergleich zu den Meeren wenig erforscht. Deswegen hat Greenpeace den Rhein zwischen Duisburg und Koblenz im Herbst 2020 genauer unter die Lupe genommen und primäres (fabrikneues) Mikroplastik untersucht.

15 | DIN A4

4.5 MB

Herunterladen
Report: Nicht sauber, sondern Rhein; Teil 2

Report: Nicht sauber, sondern Rhein; Teil 2

12 | DIN A4

1.85 MB

Herunterladen
04.11.2021 08:49
Greenwashing durch EU-Taxonomie admin Thu, 04.11.2021 - 08:49
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei
Tomas Halasz / Greenpeace

Greenwashing durch die EU-Taxonomie

Investitionen in Gas und Atom sollen ab 2023 als nachhaltig gelten - das hat die EU-Kommission entschieden. Was genau steckt eigentlich hinter der sogenannten EU-Taxonomie?

Wie definiert sich eigentlich der Begriff "nachhaltig"? Diese Frage wird jeder Mensch für sich unterschiedlich beantworten, im Finanzbereich sollte das allerdings exakt definiert sein. Denn grüne Geldanlagen boomen und spielen eine immer größere Rolle. Hier kommt die EU-Taxonomie ins Spiel, denn sie ist Teil des Green Deals, mit dem die EU bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden will. Die Taxonomie-Verordnung will Gelder gezielt in solche Wirtschaftsaktivitäten lenken, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der europäischen Umweltziele leisten. Konkret ist zum Beispiel  geplant, die Finanzprodukte auf Basis eines Punktesystems “nach dem Grad der ökologischen Nachhaltigkeit” (Art. 1 Taxonomie VO) zu bewerten.  So sollen Bürger:innen und Investor:innen leichter grüne Finanzprodukte von dem mittlerweile weit verbreiteten Greenwashing unterscheiden können. Theoretisch - denn das grüne Label soll auch für Investitionen in klimaschädliche und riskante Wirtschaftsbereiche wie Gas- und Atomkraft gelten. 

Und das hat Konsequenzen über die europäische Grenzen hinaus: Zwar ist die Taxonomie bisher nur als Einordnung für private Anlagen vorgesehen. Doch was die EU künftig als grünes Investment definiert, wird weltweit Signalwirkung haben. Es ist wahrscheinlich, dass  öffentliche Banken wie die KfW sich an den EU-Standards orientieren werden oder die Europäische Zentralbank ihre Konditionen bei der Vergabe von Krediten an Banken entsprechend anpasst. Die Kriterien der Taxonomie-Verordnung müssen außerdem direkt von großen Unternehmen in ihren Lageberichten genutzt werden (Artikel 8) und dienen damit zur Beurteilung, wie “grün” ein Unternehmen aufgestellt ist.

"Mit dieser Taxonomie verrät die EU ihre selbst gesteckten Umwelt- und Klimaziele des Green New Deal. Deshalb fordern wir die Kommission eindringlich auf, dieses eklatante Versagen zu korrigieren und den Delegierten Rechtsakt zu Gas und Atom aufzuheben. Andernfalls werden wir Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen."

Martin Kaiser

Geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland

Zitat
"Mit dieser Taxonomie verrät die EU ihre selbst gesteckten Umwelt- und Klimaziele des Green New Deal. Deshalb fordern wir die Kommission eindringlich auf, dieses eklatante Versagen zu korrigieren und den Delegierten Rechtsakt zu Gas und Atom aufzuheben. Andernfalls werden wir Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen."
Zitatinhaber, Vorname Nachname
Martin Kaiser
Position des Zitatinhabers
Geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren

Chronik der Taxonomie 

  • Juli 2020: Die EU-Taxonomie-Verordnung tritt in Kraft - allerdings erst in Teilen. Die technischen Kriterien fehlen noch 
  • Oktober 2021 scheint ein geleaktes Papier die Befürchtungen vieler Beobachter:innen des Prozesses zu bestätigten: Das Non-Paper (eine Art inoffizielles Diskussionspapier) schlägt vor, Gas und Atomkraft als nachhaltige Energiequellen zu klassifizieren. 
  • Am 6. Dezember 2021 protestieren Greenpeace-Aktivist:innen vor der Ständigen Vertretung der EU-Kommission in Berlin. Mit sieben gelben Atomfässern erinnerten sie EU-Komissionspräsidentin Ursula von der Leyen an die Gefahren der Atomkraft. Am nächsten Tag stellen Aktivist:innen einen riesigen Dinosaurier vor dem Sitz der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates in Brüssel auf, um gegen die mögliche Aufnahme von fossilem Gas und Atomenergie in die EU-Taxonomie zu protestieren.
  • 31. Dezember 2021: Die für Gesetzesvorschläge zuständige EU-Kommission legt am Silvesterabend einen Entwurf für einen Rechtsakt vor, der im Rahmen der EU-Taxonomie Investitionen in Atom- und Gaskraftwerke unter bestimmten Umständen als klimafreundlich erklärt. Greenpeace und weitere Verbände forderten in einem gemeinsamen Appell von der Bundesregierung, dieses Vorhaben zu verhindern. Der Widerstand gegen den Plän der EU-Kommission wächst.
  • 2. Februar 2022: Die EU-Kommission veröffentlicht ihren finalen Vorschlag, in dem Atomkraft und Erdgas weiterhin als nachhaltig eingestuft werden. Die fadenscheinige Begründung: Erdgas und Atomenergie seien angeblich die notwendige Brückentechnologie auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Stromversorgung. Da es sich um einen sogenannten Delegierten Rechtsakt handelt, tritt er nach der Verabschiedung automatisch in Kraft.  Es sei denn, EU-Parlament oder Ministerrat würden die Verordnung zurückweisen. 
  • 14. Juni 2022: Die Wirtschafts- und Umweltausschüsse des Europäischen Parlaments stimmen gegen den umstrittenen Plan der Europäischen Kommission, Gas und Atomkraft im Rahmen der EU-Taxonomie als nachhaltig zu kennzeichnen. 
  • 6. Juli 2022: Das Europäische Parlament lehnt den Antrag des Wirtschafts- und des Umweltausschusses ab. Statt der erforderlichen 353 Abgeordneten votierten im Plenum in Straßburg lediglich 278 gegen den Rechtsakt zur Taxonomie. Damit gelten die Taxonomie-Regeln für den Finanzmarkt ab 1. Januar 2023.
    Greenpeace kündigt noch am gleichen Tag öffentlich an, dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen
  • 15. Juli 2022: Der ergänzende Delegierte Rechtsakt über Gas und Atomkraft wird im EU-Amtsblatt offiziell veröffentlicht. Damit hat Greenpeace gemäß der Aarhus-Verordnung acht Wochen Zeit, einen Widerspruch vorzubereiten und bei der Kommission einzureichen. 
  • 19. September 2022: Ein Bündnis von acht Greenpeace-Länderüros verkündet weitere rechtliche Schritte gegen die EU-Taxonomie

Europäischer Anti-Atomkraft-Protest

  • Projection for a Nuclear Power-Free Europe at Grohnde NPP Projection for a Nuclear Power-Free Europe at Grohnde NPP

    Für ein atomstromfreies Europa

    Das AKW Grohnde ging mit Jahresbeginn 2022 planmäßig vom Netz. Greenpeace-Aktive projizierten ihren Wunsch für ein Europa ohne Atomkraftwerke in der Nacht zum 31.12. 2021 an einen der Kühltürme.

    Überspringe die Bildergalerie
  • ‘Taxonosaurus’ Dinosaur at European Commission headquarters, Brussels ‘Taxonosaurus’ Dinosaur at European Commission headquarters, Brussels

    Taxonosaurus in Brüssel

    Mit dem "Taxonosaurus" protestieren Umweltschützende am 7. Dezember 2021 in Brüssel gegen die Aufnahme von Atomkraft und Gas in die EU-Nachhaltigkeitstaxonomie.

    Überspringe die Bildergalerie
  • No Greenwashing of Nuclear Power Action No Greenwashing of Nuclear Power Action

    Aktion in Berlin

    Greenpeace-Aktivist:innen protestieren gegen eine Wiederkehr der Atomkraft und für eine nachhaltige Energieversorgung in Europa vor der ständigen Vertretung der EU-Kommission in Berlin.

    Überspringe die Bildergalerie
  • No Greenwashing of Nuclear Power Action No Greenwashing of Nuclear Power Action

    Appell an die EU-Kommission

    Atomkraft kann niemals nachhaltig sein. Dennoch gibt es Bestrebungen, die Risikotechnologie als nachhaltig einzustufen.

    Überspringe die Bildergalerie
  • No Greenwashing of Nuclear Power Action No Greenwashing of Nuclear Power Action

    Atomkraft ist ein Irrweg beim Klimaschutz

    Tritt die EU-Nachhaltigkeitstaxonomie in Kraft, könnte das künftig dazu führen, dass in der EU weitere AKW gebaut werden.

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Atomkraft ist nicht nachhaltig...

Atomkraftwerke sind teuer und unrentabel, ihre Sicherheitsprobleme sind gut dokumentiert. Unfälle können in beispiellosen Katastrophen enden, und die Frage, wie man den über Generationen strahlenden Atommüll sicher endlagert, ist bis heute nicht ansatzweise beantwortet. Atomenergie ist auch nicht CO2-neutral, wie häufig behauptet. Atomkraft ist alles andere als nachhaltig. Eine EU-Taxonomie, die das Gegenteil behauptet, ist unglaubwürdig und betreibt nichts weiter als Greenwashing: Sie adelt eine Risikotechnologie mit einem unverdienten Klimaschutz-Etikett.  “Wie ein Zombie droht eine totgeglaubte und gefährliche Technik derzeit zurückzukehren”, sagt Heinz Smital, Greenpeace-Experte für Atomenergie. “Dabei hat Atomkraft keine Zukunft.”

Nichtsdestotrotz sollen neue Atomkraftwerke bis 2045 als nachhaltig klassifiziert werden, wenn die ungeklärte Frage nach sicheren Endlagern bis spätestens 2050 geklärt ist. Im schlimmsten Fall bedeutete die Durchsetzung des Plans, dass in der Europäischen Union weitere Atomkraftwerke gebaut werden und tatsächlich nachhaltige Projekte das Nachsehen haben. Damit würde eine hochriskante Art der Stromerzeugung von höchster Stelle grüngewaschen. 

...genausowenig wie Erdgas

Erdgas erursacht extrem klimaschädliche Methan- und CO2-Emissionen. Erdgaskraftwerke sind (unter Einbeziehung der Methanemissionen im Lebenszyklus) ebenso klimaschädlich wie Kohle. Eine Gas-Expertise von Aurora Energy Research zeigt klar: Durch die Einbeziehung von Gas in die Taxonomie kommt es absolut zu mehr Ausbau von Gas und damit mehr CO2 Emissionen. Es kommt zu einem “Lock-in” Effekt zum Nachteil von CO2 neutralen oder weniger emittierenden Alternativen. Und nicht zuletzt: Aufgrund der Funktionsweise der Strommärkte wird sowohl der Ausbau der Erneuerbaren Energien als auch der Ausbau von Speichertechnologien behindert 

#NotMyTaxonomy

Redaktionell empfohlener externer Inhalt

Was kann Deutschland dagegen tun?

Dass Atomkraft nicht nachhaltig ist, hat die österreichische Bundesregierung sich schwarz auf weiß bestätigen lassen: Ein vom Umweltministerium beauftragtes Rechtsgutachten der Kanzlei Redeker-Sellner-Dahs belegt das Punkt für Punkt, und mehr noch: wie für Österreich, kann auch die deutsche Bundesregierung auf dieser Grundlage klagen, sollte Atomenergie in die Taxonomie aufgenommen werden. Österreich hat einen solchen Schritt bereits angekündigt. Luxemburg will sich der Klage anschließen. Die Regierungen können direkt vor den Europäischen Gerichtshof ziehen und müssen nicht wie Greenpeace den Zwischenschritt eines formalen Widerspruchs gehen. 

Die künftige Bundesregierung muss nachziehen, wenn der Atomausstieg kein allein deutsches Projekt sein soll – nicht zuletzt, weil bei Unfällen in den grenznahen AKW in Frankreich und Belgien die deutsche Bevölkerung genauso unter den Folgen litte. “Auch Deutschland muss von Anfang an klar machen, dass eine Taxonomie, die Atomenergie als grün und nachhaltig erklärt, beklagt wird”, sagt Smital. “Es kann nicht sein, dass eine Regierung mit grüner und sozialdemokratischer Beteiligung hier tatenlos bleibt.”

Atomausstieg nicht vollendet

Dabei ist selbst in Deutschland die Atomkraft bisher nicht völlig vom Tisch. Derzeit produzieren zwei Atomfabriken in Lingen und Gronau Brennstoff für Reaktoren in ganz Europa. Darunter befindet sich auch der überalterte Reaktor im belgischen Tihange nahe der deutschen Grenze, der von Expert:innen des Bundesumweltministeriums als nicht ausreichend sicher eingestuft wird. Die Brennelementproduktion verursacht zudem zusätzlichen Atommüll, dessen Entsorgung bisher ungelöst ist. „Vor diesem Hintergrund muss das Gesetz zum Atomausstieg in Deutschland auf die Brennelementproduktion und die Urananreicherung erweitert werden“, fordert Smital. „Der hierfür nach der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung erforderliche ‚legitime Zweck‘ liegt vor.“

 

29.10.2021 14:26
Hängepartie fürs ewige Eis admin Fri, 29.10.2021 - 14:26
Adeliepinguine in der Antarktis Adeliepinguine in der Antarktis
Christian Åslund / Greenpeace

Antarktis-Kommission scheitert erneut

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

Die Hängepartie geht weiter: Die Befürworter:innen dringend erforderlicher Schutzmaßnahmen im Südpolarmeer müssen weiter auf drei Meeresschutzgebiete in der Ostantarktis, der Antarktischen Halbinsel und dem Weddellmeer warten. Doch auch in diesem Jahr scheiterte die Jahresversammlung der Antarktis-Kommission im australischen Hobart bei der Ausweisung dieser Schutzgebiete am Einstimmigkeitsprinzip der Kommission.   

Der überwiegende Teil der 27 CCAMLR-Mitglieder (26 Staaten plus EU) unterstützte zwar den von Deutschland erarbeiteten und 2016 eingereichten Vorschlag für den Schutz des Weddellmeeres, auch die anderen beiden Gebiete erfuhren viel Zustimmung. Doch eine Verabschiedung der Schutzgebiete muss immer einstimmig erfolgen. 

Lediglich ein kleiner Erfolg ist, dass acht Gebiete nun als gefährdete Meeresökosysteme ausgewiesen sind. Sieben davon hat Greenpeace vorgeschlagen, nachdem Anfang des Jahres 2022 eine Expedition ihre Vielfalt dokumentiert hat. Allerdings ist in diesen Gebieten nur der Meeresboden vor Fischerei geschützt, und die ausgewiesene Fläche entspricht mit insgesamt 70 Quadratkilometern nur 0,1 Prozent der geforderten Schutzgebietsfläche.

“Diese Konferenz hat erneut die große Chance verpasst, knapp vier Millionen Quadratkilometer Meeresfläche unter Schutz zu stellen'' , sagt Greenpeace-Meeresbiologin Franziska Saalmann. “Das ist eine herbe, aber leider absehbare Niederlage für den Schutz der Ozeane. Es ist ein schwacher Trost, dass acht kleinere Meeresökosysteme geschützt werden, denn hier wird nur Grundfischerei ausgeschlossen. Um die Artenvielfalt und das Klima zu schützen, brauchen wir unbedingt große, umfassende Schutzgebiete, in denen jede Fischerei, besonders die Krillfischerei, ausgeschlossen wird. Krill spielt für das Nahrungsnetz und für die Speicherung von Kohlenstoff eine wichtige Rolle.”

Bei den vorgeschlagenen Schutzgebieten mit insgesamt vier Millionen Quadratkilometern Fläche geht es hauptsächlich um die Regulierung von Fischereiaktivitäten in den einzigartigen Ökosystemen der Antarktis. Vorerst hängt das Wohlergehen der dort lebenden Krill-Schwärme, Fische, Pinguine und Wale aber weiterhin nur von den freiwilligen Selbstverpflichtungen der Fischereiindustrie ab. Vor der Ausbeutung ihrer Bodenschätze ist die Antarktis bereits weitgehend geschützt. 

CCAMLR ist an ihrer Aufgabe gescheitert

Die Antarktis-Kommission CCAMLR wird ausgeschrieben als „Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources”, auf Deutsch: Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Zu ihrem selbsterklärten Auftrag und Ziel gehört also, Lebewesen und Ökosystem im Südpolarmeer zu bewahren.

„Mit ihrem Scheitern hängt die Kommission ganze zehn Jahre hinter ihrem selbstgesteckten Ziel, ein Netzwerk von Schutzgebieten einzurichten. Durch das Einstimmigkeitsprinzip der Kommission können einzelne Staaten dringend nötige Schutzgebiete Jahr für Jahr verhindern. Entscheidungen bei Schutzgremien sollten nicht nach dem Einstimmigkeitsprinzip gefällt werden. Der Schutz von Klima und Artenvielfalt wird so weiterhin wirtschaftlichen Interessen geopfert“, sagt Saalmann.

Ein UN-Vertrag muss Ozean-Schutzgebiete ermöglichen

Wenn die Antarktis-Kommission so schwach ist, kann nur ein starkes globales Hochseeschutzabkommen der UN die Meere wirksam schützen. Dieser historische Vertrag muss ermöglichen, dass bis spätestens 2030 mindestens 30 Prozent unserer Ozeane zu Schutzgebieten erklärt werden, in denen menschliche Eingriffe tabu sind.

Die Zeit drängt, denn: Unsere Ozeane spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Klimas, werden aber zunehmend selbst zum Opfer der Klimakrise. Sie brauchen dringend Schutz, um auch weiterhin der Erderwärmung entgegenwirken zu können. “Meeresschutz ist Klimaschutz, beides kann nicht mehr warten! Nur so lässt sich das Leben im Meer bewahren und die Klimakrise bekämpfen“, so Saalmann.

27.10.2021 00:00
Bahnalternativen zu Kurzstreckenflügen admin Wed, 27.10.2021 - 00:00
Airplane Flying above Jakarta Airplane Flying above Jakarta
© Afriadi Hikmal / Greenpeace

Zug statt Flug – Greenpeace-Report zu Bahnalternativen

Ein knappes Drittel europäischer Kurzstreckenflüge lassen sich schon heute bequem mit der Bahn absolvieren. Das zeigt ein heute veröffentlichter Greenpeace-Report.

Die Zahlen klettern wieder. Noch sind es die Corona-Vorschriften, die für lange Schlangen an den Flughäfen sorgen. Doch die Branche hat das Vorkrisenniveau schon fest im Blick. Und danach sollen die Passagierzahlen weiter steigen. Bis 2040 wird sich die Zahl der Fluggäste mehr als verdoppeln, prognostiziert das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) 2019. Für den Klimaschutz ist das rasante Wachstum ein Problem. Fliegen ist zwölfmal so klimaschädlich wie Bahnfahren. Schon heute kommt der Verkehr nicht vom Fleck beim Senken der Emissionen. Seit 1990 ist der CO2-Ausstoß im Verkehr nicht gesunken. Ohne zusätzliche Maßnahmen, wird der Bereich seine gesetzlich festgeschriebenen Klimaziele für das Jahr 2030 meilenweit verfehlen, bestätigte gerade erst der jüngste Projektionsbericht der Bundesregierung.  
Zu nötigen Sofortmaßnahmen gehört auch ein Aussetzen von Kurzstreckenflügen, die schon heute bequem mit dem Zug zu absolvieren sind. Wie viele es davon gibt, zeigt der neue Greenpeace-Report „Auf die Schienen, fertig, los“. Er untersucht die 250 am meisten geflogenen Verbindungen in Europa. Das Ergebnis: Ein knappes Drittel (29 Prozent) dieser europäischen Flugverbindungen sind schon heute in weniger als sechs Stunden mit dem Zug zu erreichen.

Kurzstreckenflüge müssen ausgesetzt werden

Für weitere 15 Prozent bestehen direkte Nachtzugverbindungen. „Es ist ein Irrsinn, dass in einer sich beschleunigenden Klimakrise zum Beispiel gut 2 Millionen Menschen pro Jahr zwischen Frankfurt und Berlin fliegen, obwohl sich die Strecke in vier Stunden mit dem Zug absolvieren lässt“, sagt Greenpeace Bahnexpertin Lena Donat. „Wenn die kommende Bundesregierung es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss sie das Bahnangebot weiter ausbauen und klimazerstörende Kurzflüge beenden.“Deutschland kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Fast ein Drittel der 250 europäischen Top-Flüge, die gut 85 Prozent aller Flugpassagiere ausmachen, starten oder landen in Deutschland. Zuletzt beteuern Politiker wie Verkehrsminister Andreas Scheuer die Bedeutung des europäischen Zugnetzes, scheuen aber politische Schritte, um diese Verbindungen konsequent zu stärken.

Greenpeace-Report: Bahnalternativen zu Kurzstreckenflügen in Europa

Greenpeace-Report: Bahnalternativen zu Kurzstreckenflügen in Europa

17 | DIN A4

688.43 KB

Herunterladen